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Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

 Die Verordnung vom 14. Mai 1816 beabsichtigte, die jüdischen Mitbewohner in Kurhessen zu „bessern“, den Nothandel zu begrenzen und die Juden dazu anzuhalten, sich in der Landwirtschaft zu betätigen oder ein Handwerk zu erlernen. Das Protokoll vom 28. Juni 1816 belegt, dass die Behörden unverzüglich auf die Verordnung reagierten. Es wurde eine Befragung sämtlicher Juden aus Fronhausen, Lohra und Roth durchgeführt.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Bereits als Student an der Gießener Universität entdeckte Otto Böckel seine Leidenschaft für die Volkskunde und zog über die Dörfer Oberhessens, um Volkslieder zu sammeln. Seiner rund 130 Seiten umfassenden Anthologie stellte er eine weitaus längere Einleitung voran. In dieser tritt deutlich seine zivilisationskritische, rückwärtsgewandte Haltung zutage, wenn er gegen Eisenbahnen und Fabriken als Chiffren für die Modernisierung wettert.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

In dem zweimal wöchentlich erscheinenden und rasch auflagenstarken Reichs-Herold verknüpfte Otto Böckel geschickt seine politische Propaganda mit sozialen Aspekten, lokalen Nachrichten und praktischen Hilfestellungen. Gleichzeitig schreckte er nicht vor Verleumdungen und übler Nachrede gegenüber den Geschäftspraktiken von Juden zurück, dabei nannte er einzelne Personen und Unternehmen unverblümt namentlich oder beschrieb sie doch in einer Weise, dass unzweifelhaft feststand, wer gemeint war.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Der Philologe Edmund M. Stengel gehörte seit 1873 dem Lehrkörper der Universität an. Er vertrat dort bis zu seinem Weggang nach Greifswald 1895 die „abendländischen Sprachen und Literaturen“. In dieser Funktion war er zum Doktorvater Otto Böckels geworden. Edmund Stengel war Mitglied im Gründungsvorstand des Vereins zur Bekämpfung des Antisemitismus und einer seiner pronociertesten Wortführer in Marburg. Er leitete den Marburger Zweig des Vereins bis zu seinem Weggang nach Greifswald.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Im August 1886 wurde Otto Böckel im Raum Marburg organisatorisch aktiv, indem er einen Ableger des Deutschen Reform-Vereins gründete, zu dessen Vorsitzendem er gewählt wurde. Nach drei Monaten soll dieser bereits 80 Mitglieder stark gewesen sein. Offenbar gehörten ihm auch zahlreiche Studenten an. Neben General- und Mitgliederversammlungen enthält das Protokollbuch auch Berichte von sogenannten Volksversammlungen, Wahlkampfveranstaltungen, die Orte und Art der Agitation Böckels aus der Sicht des Vereins beschreiben.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Einen seltenen und wertvollen Einblick in die Geschäftstätigkeit von Viehhändlern im Main-Kinzig-Raum gewährt das Rechnungsbuch der Familie Ehrlich. 1856-1896 von verschiedenen Händen geführt, dürfte es mindestens zwei Generationen gedient haben. Ehrlichs handelten schwerpunktmäßig in Orten um Steinau an der Straße und Schlüchtern mit unterschiedlichen Rinderrassen und besaßen zahllose Kunden von Bürgermeistern, Bauern, Handwerkern bis zu Tagelöhnern.