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Von Rosenkötter , 24 Januar 2025
Der Regierungspräsident berichtet von seinen Bemühungen um eine erneute Aufnahme des Verfahrens: Er habe durch die Staatspolizeistelle einen Beamten nach Marburg schicken lassen, der jedoch zu keinen neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Verantwortlichen des Überfalls auf das Schuhhaus Spinat gelangt sei. Die Staatspolizeistelle sei darüber hinaus auch davon überzeugt, dass auch durch weitere Untersuchungen die Täter nicht ermittelt werden könnten.
Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Die jüdische Gemeinde Marburg distanziert sich in ihrer Erklärung von den "Greuelnachrichten im Ausland", die von einer Misshandlung deutscher Juden berichten: Sie weist darauf hin, dass ihre Mitglieder in Marburg als Teil der Gesellschaft völlig unbehelligt lebten und betont ihr Einverständnis mit dem neuen Staat und dem "Erstarken Deutschlands".

Abdruck in: Was alle lesen konnten. Das Jahr 1933 im Spiegel der Marburger Lokalpresse. Hg. v. Erhart Dettmering. In: Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur 72. Marburg 2001.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

In dem Artikel wird über die Boykottkundgebung, die auf dem Marburger Marktplatz stattfand, berichtet: Diese sei, wie die Maßnahmen gegen jüdische Geschäfte, eine Reaktion auf die "jüdische Hetze" im Ausland, die man gerade erst erfolgreich aus Deutschland verdrängt habe. Gleichzeitig ergeht die Drohung, dass Kunden, die weiter jüdische Geschäfte besuchten, mit "Terror" zu rechnen hätten.

 

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025
Der Besitzer des Hauses Wettergasse 25, der Marburger Kaufmann Justus Schaaf, stellt einen Strafantrag wegen Sachbeschädigung. In seinem Haus befindet sich das Schuhgeschäft von Josef Spinat. Schaaf schildert, in welchem Zustand er die Räume des Geschäfts nach dem Ende der Ausschreitungen vorgefunden hat.
Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Der Reichsbund der Kinderreichen zum Schutze der Familie e.V. (RDK) wurde 1919 als Selbsthilfeorganisation kinderreicher Familien gegründet, nahm im Laufe der 1920er Jahre zunehmend radikale eugenische Positionen an und wurde in der NS-Zeit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP angeschlossen. Nun verstand sich die Organisation als „Kampfbund, der nationalsozialistisches bevölkerungspolitisches Denken in das Volk tragen will“. Ziel des RDK war die „biologische Erneuerung“ des deutschen Volkes, die auf einer „Auslese“ der „Deutschblütigen“ und „Erbgesunden“ fußen sollte.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Die Wochenzeitung „Völkischer Wille“ wurde durch den Reichsbund der Kinderreichen herausgegeben und diente mit seinen stark ideologisch aufgeladenen Beiträgen explizit der Erreichung der bevölkerungs- und rassenpolitischen Ziele des NS-Regimes

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Stärker als die Förderung „rassisch wertvollen“ Nachwuchses standen antinatalistische Maßnahmen im Vordergrund der NS-Politik, die in menschenverachtender Weise auf diejenigen zielten, deren Erbgut als „minderwertig“ galt und als Gefahr für den „Volkskörper“ betrachtet wurde. Hierzu gehörten die so genannten „Fremdrassigen“, wozu vor allem die Juden gezählt wurden. Sie waren neben weiteren Bevölkerungsgruppen ab 1933 systematischer und gewaltsamer Ausgrenzung und Verfolgung ausgesetzt.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Zentrale rassenhygienische Maßnahmen des NS-Regimes waren das 1933 verabschiedete „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ sowie das „Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes“ („Ehegesundheitsgesetz“) vom Oktober 1935. Ersteres legalisierte die eugenische Zwangssterilisation, indem es vorsah, Personen, die an den acht dort definierten vermeintlichen „Erbkrankheiten“ litten, durch medizinischen Eingriff unfruchtbar zu machen.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Die Staatlichen Gesundheitsämter der Landkreise hatten nach Inkrafttreten des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ unter dem Schlagwort „Statistik der Erb- und Rassenpflege“ regelmäßig an die ihnen vorgesetzten Stellen zu berichten. Hinter den minutiös erhobenen Zahlen über die durchgeführten Sterilisationen verbarg sich in jedem Einzelfall menschliches Leid, das die Nüchternheit der Berichte nur erahnen lässt. Zwischen 1934 und 1945 wurden auf dem Gebiet des Deutschen Reiches nebst den nach 1937 annektierten Gebieten rund 400.000 Menschen zwangssterilisiert.