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Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Wilhelm Pfannenstiel (1890-1982) war 1931 als Professor und Leiter des Hygiene-Instituts nach Marburg berufen worden. 1933 trat er der NSDAP bei, firmierte als Unterzeichner des „Bekenntnisses der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat“ und übernahm den Vorsitz der Marburger Ortsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Seit 1934 Mitglied der SS, war Pfannenstiel als Arzt des SS-Oberabschnitts Fulda-Werra und als beratender Hygieniker der Waffen-SS tätig, ab 1941 im Range eines Obersturmbannführers. In dieser Funktion inspizierte er auch Konzentrations- und Vernichtungslager in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten. 1942 war er während einer Inspektionsreise in das Vernichtungslager Belzec Augenzeuge der Ermordung von Juden. Seit 1940 war Pfannenstiel aufgrund seiner Tätigkeit als SS-Arzt immer wieder von seinen Dienstgeschäften an der Marburger Universität beurlaubt.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Als Professor der Philipps-Universität und beratender Hygieniker der Waffen-SS war Pfannenstiel ein gefragter Redner. In dieser Rolle propagierte er insbesondere das der Kriegspropaganda dienende Ziel, die „Wehr- und Leistungsfähigkeit“ zu erhalten und zu steigern. Dies sollte geschehen durch Gesundheitsvorsorge und Hygiene, durch „Auslese-Maßnahmen“ und eine „rassisch-erbbiologische Musterung aller tüchtigen und begabten Jugendlichen“. Bis zum Ende des Krieges zeigte sich Pfannenstiel als überzeugter Vertreter der NS-Rassenhygiene.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Der Psychiater und Neurologe Ernst Kretschmer (1888-1964) war 1926 an die Marburger Universität berufen worden und leitete bis 1946 als Direktor die dortige Universitätsnervenklinik. Kretschmer trat zwar nicht der NSDAP bei, wurde jedoch 1933 förderndes Mitglied der SS. In dem 1934 durch den Schweizer Rassenhygieniker Ernst Rüdin herausgegebenen Band „Erblehre und Rassenhygiene im völkischen Staat“ befürwortete Kretschmer ausdrücklich die Sterilisierung „Schwachsinniger“.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Der Kinder- und Jugendpsychiater Werner Villinger (1887-1961) war ab 1934 Chefarzt der Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel und trat 1937 der NSDAP und dem NS-Ärztebund bei. Unter Villingers Leitung wurden in Bethel nahezu 3.000 Personen zur Sterilisierung angezeigt. Ab 1937 wirkte Villinger zunächst am Erbgesundheitsobergericht in Hamm, ab seiner Berufung an die Universität Breslau im Jahr 1940 am dortigen Erbgesundheitsobergericht an der Entscheidung über Zwangssterilisationen mit.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Die ersten Juden, die zur Universität in ein „Dienstverhältnis“ traten, waren Rabbiner. Die ihnen zugedachte Aufgabe war es, den Studenten die „rabbinischen“ Sprachen nahezubringen. Der erste Rabbi, der Studenten unterrichtete, war um 1700 Löw von Gosfeld. Über seinen Namen hinaus ist nichts von ihm bekannt. Besser sind wir über seinen Nachfolger unterrichtet.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Nachdem das Marburger Gymnasium Leopold Eichelberg die Studierfähigkeit testiert hatte, gestattete der Kurfürst bzw. das zuständige Ministerium ihm die Aufnahme eines Studiums an der Landesuniversität Marburg.

Soche " Dispensationen" waren seit 1774 für die studierwilligen Söhne von Bauern und Bürgern verpflichtend.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

 

 

Die ersten Juden, die zur Universität in ein „Dienstverhältnis“ traten, waren Rabbiner. Die ihnen zugedachte Aufgabe war es, den Studenten die „rabbinischen“ Sprachen nahezubringen.

Der erste Rabbi, der Studenten unterrichtete, war um 1700 Löw von Gosfeld. Über seinen Namen hinaus ist nichts von ihm bekannt. Besser sind wir über seinen Nachfolger unterrichtet.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Die längste Dienstzeit der Marburger Universitätsrabbiner hatte der 1692 in Prag geborene Ephraim ben Israel, der seit 1735 die rabbinischen Sprachen lehrte. Vermutlich übte er diese Tätigkeit bis zu seinem Tod in den 1770er Jahren aus. In seiner Dienstzeit bat er wiederholt um eine Aufbesserung seiner schmalen Einkünfte.

Immer wieder geriet er dennoch in die Schuldenfalle. Das bei der Universität verwahrte Testament seiner Ehefrau vermerkt denn auch nur ein Bett und alte Kleider als deren Hinterlassenschaft.