Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Der Psychiater und Neurologe Ernst Kretschmer (1888-1964) war 1926 an die Marburger Universität berufen worden und leitete bis 1946 als Direktor die dortige Universitätsnervenklinik. Kretschmer trat zwar nicht der NSDAP bei, wurde jedoch 1933 förderndes Mitglied der SS. In dem 1934 durch den Schweizer Rassenhygieniker Ernst Rüdin herausgegebenen Band „Erblehre und Rassenhygiene im völkischen Staat“ befürwortete Kretschmer ausdrücklich die Sterilisierung „Schwachsinniger“. Deren Nachkommen seien „nur zum Unglück geboren“ und die „Volksgemeinschaft“ werde von ihnen „mit moralischer Zersetzung, unerträglichen Lasten und zuletzt mit dem Untergang bedroht.“ Kretschmer war für das Erbgesundheitsgericht in Marburg sowie das Erbgesundheitsobergericht in Kassel begutachtend tätig und nahm vermutlich 1941 an einer Sitzung des Beirats der Mordaktion „T 4“ teil. Nach dem Krieg wurde Kretschmer an die Universität Tübingen berufen, wo er bis 1959 als Direktor der Universitätsnervenklinik fungierte. Dort starb er im Jahr 1964.

Archiv
Nummer
4057a
Band
4057a
Seite
11
Im Menü
Ja
Bilder und Text jeweils auf eigener Seite
Nein
Kurztitel
Nachweis über die Vereidigung Ernst Kretschmers an der Philipps-Universität Marburg, 19. September 1934
Datum bis: Jahr
1934
Legacy-ID
10205
Datum bis: Monat
09
Datum bis: Tag
19
Datum von: Jahr
1934
Datum von: Monat
09
Datum von: Tag
19
Einmaldatum
Ja
Institution-Autor
Rektor der Philipps-Universität Marburg
Nur Jahresangabe
Nein
Reihenfolge
4
Ungefähres Datum
Nein