Der Kinder- und Jugendpsychiater Werner Villinger (1887-1961) war ab 1934 Chefarzt der Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel und trat 1937 der NSDAP und dem NS-Ärztebund bei. Unter Villingers Leitung wurden in Bethel nahezu 3.000 Personen zur Sterilisierung angezeigt. Ab 1937 wirkte Villinger zunächst am Erbgesundheitsobergericht in Hamm, ab seiner Berufung an die Universität Breslau im Jahr 1940 am dortigen Erbgesundheitsobergericht an der Entscheidung über Zwangssterilisationen mit. Ab März 1941 war Villinger als „T 4“-Gutachter tätig und entschied als solcher über die Ermordung von Patienten und Patientinnen der Heil- und Pflegeanstalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg versah er zunächst die kommissarische Leitung der Universitätsnervenklinik Tübingen, bevor er 1946 an die Universität Marburg berufen wurde, deren Rektor er im Wintersemester 1950/51 und erneut von 1955-1956 war. 1961 berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über Villingers Rolle im Rahmen der „Euthanasie“-Morde und er wurde hierzu gerichtlich vernommen. Im selben Jahr verunglückte er bei einer Bergwanderung nahe Innsbruck tödlich.
Archiv
Nummer
5144
Band
5144
Seite
0
Bilder und Text jeweils auf eigener Seite
Nein
Kurztitel
Sonderdruck der „Münchener Medizinischen Wochenschrift“ anlässlich des 70. Geburtstages von Professor Werner Villinger, Oktober 1957
Datum bis: Jahr
1957
Legacy-ID
10207
Datum bis: Monat
19
Datum bis: Tag
57
Datum von: Jahr
1957
Datum von: Monat
19
Datum von: Tag
57
Einmaldatum
Ja
Institution-Autor
Münchener Medizinische Wochenschrift
Nur Jahresangabe
Ja
Periode
Reihenfolge
6
Ungefähres Datum
Nein