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Von Martin Stoll , 10 Mai 2025

Die von den Landständen bewilligten Steuern waren stets mit einer zeitlichen Befristung versehen, sie waren ja nur als Ergänzung der fürstlichen Eigenmittel gedacht; seit dem 16. Jahrhundert wurden sie aber in der Regel fortlaufend erhoben. 1553 fanden sich die hessischen Stände angesichts der durch den Schmalkaldischen Krieg verursachten Schulden und Einnahmeverpfändungen zur Bewilligung einer zunächst auf acht Jahre befristeten Tranksteuer bereit. Die mit politischen Zugeständnissen erkauften regelmäßigen Verlängerungsbeschlüsse wurden im 17. und 18.

Von Martin Stoll , 10 Mai 2025

Mit Staatsbudgets, die alle geplanten Einnahmen und Ausgaben auflisteten, hielt im frühen 19. Jahrhundert ein Stück formaler Rationalität Einzug in die Finanzplanung. Erst auf dieser Grundlage konnten Defizite festgestellt und etwa durch geordnete Schuldenaufnahme ausgeglichen werden. Gemäß § 144 der Verfassung des Kurfürstentums Hessen vom 5.

Von Martin Stoll , 9 Mai 2025

Im Kurfürstentum Hessen einigten sich Regent und Landtag im Zuge der Verfassungsverhandlungen Mitte Dezember 1830 darauf, dass der gesamte Finanzbestand in Höhe von ca. 30.800.000 Gulden bzw. 17.600.000 Reichstalern (nach Abzug der Schulden) zu gleichen Teilen zwischen Haus- und Staatsschatz aufgeteilt werden sollte. Damit entstand ein von der Person des Fürsten gelöstes verrechtlichtes Staatsvermögen in Kurhessen. Die Verfassung gab der Ständeversammlung ein umfassendes Budgetrecht, zu dem auch das Recht gehörte, Anleihen zu bewilligen.

Von Martin Stoll , 22 März 2025

Das zentrale Verhandlungsforum zwischen Fürst und Vertretern der Kirchen, des Adels und des städtischen Bürgertums (Stände genannt) war der Landtag. Hier unterbreitete der Landesherr seine finanziellen Unterstützungsforderungen, während die Stände ihre Wünsche vorbrachten und Zugeständnisse für ihre Geldbewilligungen einzuhandeln versuchten. Die auf dem Landtag gefassten Beschlüsse wurden in einem von beiden Parteien unterschriebenen und besiegelten Abschied fixiert.

Von Martin Stoll , 20 März 2025

Der "Ökonomische Staat" bietet einen umfassenden Überblick über die Ressourcen der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Auf 420 Seiten sind alle landgräflichen Besitzungen und Einkünfte sowie die Ausgabenposten aufgeführt. Es stellt damit eine frühe Staatsstatistik dar. Bei dem in Samt eingebunden Buch mit silbernen Eckbeschlägen handelt es sich um das persönliche Handexemplar des Landgrafen; die aufgeschlagenen Seiten entstammen einer zeitgenössischen Abschrift.   

Von Gast (nicht überprüft) , 24 Januar 2025
Die Anzeige kommt wegen einer Denunziation zustande: Der Maurermeister S. habe sich in einer Gaststätte in Lohra kritisch gegenüber der Finanzierungspolitik des neuen Staates geäußert. Er bemängelte, dass den Arbeitern vom Lohn eine Mark einbehalten werde, was dann als "freiwillige" Spende bezeichnet würde. Der Hüttenarbeiter und SA-Mann Heinrich S. war wie die anderen Männer der Runde über die Aussage so "aufgebracht", dass er sofort einen Landjägereibeamten informierte. Am Ende der Anzeige wird der Landrat Marburg aufgefordert, den Beschuldigten zu vernehmen.
Von Gast (nicht überprüft) , 24 Januar 2025
Die Ortspolizei Marburg wird aufgefordert, Akten über Personen anzulegen, die sich politisch möglicherweise unzuverlässig zeigten. Auf diese Weise sei die politische Polizei jederzeit über diese Personen und ihr Verhalten informiert. Akten sollen so z.B. über ehemalige KPD- und SPD-Angehörige angelegt werden.
Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Otto Obermeier(1883–1958):

Der Totentanz

5 Blätter, aus: Der Drahtverhau, 1917.

Ein beachtliches Zeugnis der Kriegswahrnehmung – trotz Vorgaben der Zensur.