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Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

1925 in Berlin gegründet, verstand sich der Deutsche Bund für Volksaufartung und Erbkunde als Interessengruppe der Eugenik. In organisatorischer Hinsicht war er eng mit dem Reichsbund der Standesbeamten verquickt. Der Bund zielte auf die „Erhaltung und Mehrung des im deutschen Volke vorhandenen wertvollen körperlichen und geistigen Erbgutes“ ab.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Zu den Vorschlägen der Eugeniker in den 1920er Jahren gehörte die Aufstellung von Ahnentafeln, die Auskunft über die Qualität der Erbanlagen einer Person oder einer Familie geben sollten. Ziel war eine Bestandsaufnahme des „Erbmaterials“ des gesamten Volkes. Hiervon ausgehend sollte die Fortpflanzung der genetisch „Geeignetsten“ gefördert sowie diejenige der „erbbiologisch Minderwertigen“ verhindert werden.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Befördert durch die Diskussionen um eine qualitative Bevölkerungsentwicklung auf Basis der Eugenik wurden auf Erlass des Ministeriums für Volkswohlfahrt seit 1926 kommunale Eheberatungsstellen in den preußischen Provinzen eingerichtet. Sie waren darauf ausgerichtet, Heiratswillige auf freiwilliger Basis gesundheitlich und „erbbiologisch“ aufzuklären und hatten sowohl den Zweck, aus eugenischer Sicht wünschenswerte Eheschließungen zu fördern als auch unerwünschte Ehen zu verhindern und zur Sterilisierung zu raten.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Die Gründung der an die Eugenik-Bewegung anknüpfenden Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungspolitik im Jahr 1915 ordnet sich in den Kontext des Ersten Weltkriegs und des anhaltenden Geburtenrückganges im Deutschen Reich ein. Die dezidiert pronatalistische Vereinigung hatte die „Bekämpfung der vielen Gefahren, die das deutsche Volk vermöge des Sinkens der Geburtenrate bedrohen“, zum Ziel. Vor allem im Sinne einer Steigerung der Geburtenzahl und einer Mehrung der „deutschen Volkskraft“ wollte die Gesellschaft daher auf Bevölkerung, Politik und Öffentlichkeit einwirken.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Der Nationalökonom Julius Wolf (1862-1937) war als Gründungsvorsitzender eine der prägenden Figuren der Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungspolitik. In seiner Schrift „Die Mittel moderner Bevölkerungspolitik“ trat er für eine Sonderbesteuerung Lediger bei gleichzeitiger finanzieller Unterstützung kinderreicher Familien, für eine verstärkte Vorbildung der Frauen für den „Hausfrauen- und Mutterberuf“, den erschwerten Zugang zu Verhütungsmitteln und eine wirksame Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten ein.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Das Merkblatt „Mütter, stillt Eure Kinder selbst!“ gehört zu einer Reihe von ähnlich konzipierten illustrierten Schriften, die, zumeist staatlich subventioniert, zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Deutschen Reich Verbreitung fanden. Zum einen waren sie durch entsprechende Hinweise und Verhaltensregeln der praktischen gesundheitlichen Aufklärung verschrieben. Zum anderen entsprangen sie zum Teil der eugenisch orientierten Überzeugung, bestimmte Krankheiten wie etwa Tuberkulose seien vererbbar und müssten bekämpft werden, um die Gesundheit künftiger Generationen zu sichern.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Geschlechtskrankheiten galten zu Beginn des 20. Jahrhunderts als ernste Bedrohung für Volksgesundheit, Nation und „Rasse“ und bargen aus eugenischer Perspektive die Gefahr einer schleichenden „Degeneration“ der Bevölkerung. Diesen Gefahren entgegenzuwirken, machte sich die 1902 gegründete Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten zur Aufgabe, die sich vor allem aus Ärzten, Sozial- und Gesundheitspolitikern sowie Staatsbeamten zusammensetzte.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Trotz der Forschungsergebnisse Robert Kochs galt Tuberkulose noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts vielfach als Erbkrankheit, die aus Sicht der Eugeniker nur durch eine Zurückdrängung der entsprechenden Erbanlagen bekämpft werden konnte.