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Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Die Abhandlung des Rechtswissenschaftlers Karl Binding (1841-1920) und des Psychiaters Alfred Hoche (1865-1943) beschritt den verheerenden Weg von der „Eugenik“ und den Diskussionen um eine anhand der Erbanlagen gesteuerte Bevölkerungsentwicklung zur Forderung nach „Euthanasie“, der physischen Vernichtung menschlichen Lebens. Neben der Tötung auf Verlangen von „unrettbar“ Kranken traten Binding und Hoche für die Tötung „unheilbar Blödsinniger“ ein, deren Leben „zwecklos“ und eine schwere Belastung für die Gesellschaft sei.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

1925 in Berlin gegründet, verstand sich der Deutsche Bund für Volksaufartung und Erbkunde als Interessengruppe der Eugenik. In organisatorischer Hinsicht war er eng mit dem Reichsbund der Standesbeamten verquickt. Der Bund zielte auf die „Erhaltung und Mehrung des im deutschen Volke vorhandenen wertvollen körperlichen und geistigen Erbgutes“ ab.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Bereits 1921 publizierten die Mediziner Erwin Baur (1875-1933) und Eugen Fischer (1874-1967) sowie der Humangenetiker Fritz Lenz (1887-1976) mit ihrem „Grundriss der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“ eine Schrift, die rasch zu einem Standard-Lehrbuch der Rassenhygiene wurde und die Hitler in „Mein Kampf“ rezipierte. Insbesondere die in dem Werk propagierte Hierarchisierung menschlicher Rassen, die durch Bildmaterial untermauert werden sollte, sowie die angebliche Überlegenheit der „nordischen Rasse“ fanden sich später in der nationalsozialistischen Ideologie wieder

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Der Mediziner Alfred Grotjahn (1869-1931) war seit 1920 Professor für Sozialhygiene an der Universität Berlin, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene und zwischen 1921 und 1924 SPD-Reichstagsabgeordneter. In seinem 1926 veröffentlichten Werk forderte Grotjahn die „planmäßige Ausmerzung durch Verwahrung und Zwangsunfruchtbarmachung“ von „erblich Belasteten“. Die Verhinderung der Fortpflanzung „Minderwertiger“ kam nach Grotjahns Vorstellung einer notwendigen „Reinigung des Volkskörpers“ gleich.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Zu den Vorschlägen der Eugeniker in den 1920er Jahren gehörte die Aufstellung von Ahnentafeln, die Auskunft über die Qualität der Erbanlagen einer Person oder einer Familie geben sollten. Ziel war eine Bestandsaufnahme des „Erbmaterials“ des gesamten Volkes. Hiervon ausgehend sollte die Fortpflanzung der genetisch „Geeignetsten“ gefördert sowie diejenige der „erbbiologisch Minderwertigen“ verhindert werden.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Befördert durch die Diskussionen um eine qualitative Bevölkerungsentwicklung auf Basis der Eugenik wurden auf Erlass des Ministeriums für Volkswohlfahrt seit 1926 kommunale Eheberatungsstellen in den preußischen Provinzen eingerichtet. Sie waren darauf ausgerichtet, Heiratswillige auf freiwilliger Basis gesundheitlich und „erbbiologisch“ aufzuklären und hatten sowohl den Zweck, aus eugenischer Sicht wünschenswerte Eheschließungen zu fördern als auch unerwünschte Ehen zu verhindern und zur Sterilisierung zu raten.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Geschlechtskrankheiten galten zu Beginn des 20. Jahrhunderts als ernste Bedrohung für Volksgesundheit, Nation und „Rasse“ und bargen aus eugenischer Perspektive die Gefahr einer schleichenden „Degeneration“ der Bevölkerung. Diesen Gefahren entgegenzuwirken, machte sich die 1902 gegründete Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten zur Aufgabe, die sich vor allem aus Ärzten, Sozial- und Gesundheitspolitikern sowie Staatsbeamten zusammensetzte.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Die im Auftrag des Deutschen Bundes für Volksaufartung und Erbkunde herausgegebene gleichnamige Zeitschrift bot Ärzten und Wissenschaftlern ein Forum, um für eine eugenisch geprägte Bevölkerungspolitik zu werben. Hierzu dienten auch Schaubilder, die dem Betrachter die vermeintliche Gefahr einer „Degeneration“ der Bevölkerung durch die Weitergabe „minderwertigen“ Erbgutes vor Augen führen sollte.