Legacy ID
15
Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

1904 durch den Arzt Alfred Ploetz (1860-1940) gegründet, entwickelte sich die Zeitschrift „Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie“ zu einem Diskussionsforum der Eugenik in Deutschland. Der Begriff „Eugenik“ war durch den britischen Mediziner Francis Galton (1822-1911) geprägt worden und bezeichnete ein Konzept, das auf die Verbesserung des menschlichen Erbgutes durch Zurückdrängung vermeintlich krankhafter Erbanlagen zielte.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Nach einem Studium der Volkswirtschaft und Medizin und der Promotion zum Dr. med. veröffentlichte Ploetz 1895 sein Werk „Die Tüchtigkeit unserer Rasse und der Schutz der Schwachen“, das als grundlegende Schrift der eugenischen Bewegung in Deutschland gilt. 1904 gründete er die Zeitschrift „Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie“, 1905 die Deutsche Gesellschaft für Rassenhygiene. Ploetz begrüßte 1933 die nationalsozialistische Machtübernahme, wurde Mitglied im „Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik“ im Reichsministerium des Innern und trat 1937 der NSDAP bei.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Der Arzt Wilhelm Schallmayer (1857-1919) kann gemeinsam mit Alfred Ploetz als Begründer der Rassenhygiene in Deutschland gelten. In seinem 1903 erschienenen programmatischen Hauptwerk trat Schallmayer für eine bewusst gesteuerte Entwicklung der menschlichen Fortpflanzung ein. Er forderte eine staatlich organisierte „Nationalbiologie“, welche die Lebensfähigkeit der Nation sicherstellen sollte.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Der Nationalökonom Julius Wolf (1862-1937) war als Gründungsvorsitzender eine der prägenden Figuren der Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungspolitik. In seiner Schrift „Die Mittel moderner Bevölkerungspolitik“ trat er für eine Sonderbesteuerung Lediger bei gleichzeitiger finanzieller Unterstützung kinderreicher Familien, für eine verstärkte Vorbildung der Frauen für den „Hausfrauen- und Mutterberuf“, den erschwerten Zugang zu Verhütungsmitteln und eine wirksame Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten ein.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Das Merkblatt „Mütter, stillt Eure Kinder selbst!“ gehört zu einer Reihe von ähnlich konzipierten illustrierten Schriften, die, zumeist staatlich subventioniert, zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Deutschen Reich Verbreitung fanden. Zum einen waren sie durch entsprechende Hinweise und Verhaltensregeln der praktischen gesundheitlichen Aufklärung verschrieben. Zum anderen entsprangen sie zum Teil der eugenisch orientierten Überzeugung, bestimmte Krankheiten wie etwa Tuberkulose seien vererbbar und müssten bekämpft werden, um die Gesundheit künftiger Generationen zu sichern.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Trotz der Forschungsergebnisse Robert Kochs galt Tuberkulose noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts vielfach als Erbkrankheit, die aus Sicht der Eugeniker nur durch eine Zurückdrängung der entsprechenden Erbanlagen bekämpft werden konnte.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Fenner hatte in einer öffentlichen Versammlung behauptet, der Talmud fordere Juden dazu auf, Nichtjuden zu betrügen. Eine Beschwerde des Marburger Rabbiners führte schließlich zu Ermittlungen und staatsanwaltlicher Anklage. Das Landgericht forderte zur Frage des ethischen Werts des Talmud zwei Gutachten an. Ein bejahendes Urteil formulierte dabei der Marburger Philosophieprofessor Hermann Cohen, ein verneinendes stammte aus der Feder des Göttinger Orientalisten und antisemitischen Vordenkers Paul de Lagarde.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Prof. Paul de Lagarde war als Gutachter im Prozess bestellt worden. Er erschien allerdings nicht vor dem Gericht in Marburg, sondern gab sein gedrucktes Gutachten vor dem Amtsgericht Göttingen ab und beglaubigte es mit seiner Unterschrift. Es bestritt den ethischen Wert des Talmud in wenig überzeugender Weise.