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Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Der Marburger Philosophieprofessor Hermann Cohen vertrat die Gegenposition zu den herabsetzenden Einschätzungen des Talmuds. Obwohl er von Hause aus kein Religionswissenschaftler war, befähigten ihn ausführliche Studien jüdischer Glaubensschriften in seiner Jugend und die Anwendung wissenschaftlicher Methoden und Standards als Gutachter in dieser Frage.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Die zum Teil mit Illustrationen ausgestalteten Werbeanzeigen, die jüdische Geschäftsleute in den ab 1868 regelmäßig gedruckten Marburger Adressbüchern veröffentlichten, sowie die Verzeichnisse selbst zeigen, dass die geschäftlichen Aktivitäten, die sie entwickelten, immer vielfältiger wurden. Sie betätigten sich v. a. als Kaufleute und handelten z. B. mit Textilien, Wäsche, und Kurzwaren, Leder und Fellen, sowie Kolonialwaren. Ferner gab es Bankiers, Immobilienhändler, Uhrmacher und Juweliere, Metzger und Restaurantbetreiber.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Ein Grundriss, Querschnitte nach Osten und Westen sowie eine Fassadenansicht dokumentieren das Bauvorhaben der Synagoge. Sie wurde von 1896-1897 in 16 Monaten nach Entwürfen des Architekten Wilhelm Spahr auf dem Grundstück Universitätsstraße 11, unterhalb der Stadtmauer, erbaut. Der stattliche Sandsteinbau, errichtet im spätromanischen Stil, gekrönt von einer Kuppel mit aufgesetztem Davidstern, bot Platz für 405 Personen.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Von den Einweihungsfeierlichkeiten hat sich kein Programm erhalten, insofern sind Zeitungsberichte wichtige Quellen für deren Ablauf und den Teilnehmerkreis. Der Bericht in der Oberhessischen Zeitung dokumentiert das umfangreiche Programm, das die Jüdische Gemeinde aus diesem Anlass aufgelegt hatte, die große Festlichkeit, mit der das Ereignis begangen wurde und die Teilnahme vieler herausragender Repräsentanten des öffentlichen Lebens in Marburg.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Bereits als Student an der Gießener Universität entdeckte Otto Böckel seine Leidenschaft für die Volkskunde und zog über die Dörfer Oberhessens, um Volkslieder zu sammeln. Seiner rund 130 Seiten umfassenden Anthologie stellte er eine weitaus längere Einleitung voran. In dieser tritt deutlich seine zivilisationskritische, rückwärtsgewandte Haltung zutage, wenn er gegen Eisenbahnen und Fabriken als Chiffren für die Modernisierung wettert.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Bereits Ende 1885 hatte Otto Böckel eine Rede in einer Versammlung des Deutschen Antisemiten-Bunds in Berlin gehalten und damit Beziehungen zu der Bewegung in der Reichshauptstadt geknüpft.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Ein Erzeugnis von Otto Böckels Verlag war der „Kehraus“, ein antisemitischer Kalender, der sich an ein bäuerliches Lesepublikum richtete. Zunächst in Berlin verlegt, erschien er seit 1889 in Marburg. Als Bauernkalender mit landwirtschaftlichen Informationen und Terminen aufgemacht, enthielt er im Unterhaltungsteil zahllose Kurzgeschichten, Karikaturen, Witze, Lieder, Gedichte und Bildgeschichten, die ausschließlich antisemitische Inhalte transportierten.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

In dem zweimal wöchentlich erscheinenden und rasch auflagenstarken Reichs-Herold verknüpfte Otto Böckel geschickt seine politische Propaganda mit sozialen Aspekten, lokalen Nachrichten und praktischen Hilfestellungen. Gleichzeitig schreckte er nicht vor Verleumdungen und übler Nachrede gegenüber den Geschäftspraktiken von Juden zurück, dabei nannte er einzelne Personen und Unternehmen unverblümt namentlich oder beschrieb sie doch in einer Weise, dass unzweifelhaft feststand, wer gemeint war.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Der aus Breslau gebürtige Georg Winter wurde mit einer mediävistischen Arbeit 1878 in Göttingen promoviert und gelangte nach Stationen im Geheimen Preußischen Staatsarchiv in Berlin und im Staatsarchiv Düsseldorf 1885 an das Staatsarchiv Marburg, wo er bis 1892 tätig war. Winter war nationalliberal gesonnen, parteipolitisch aktiv und heftiger Kritiker des Antisemitismus.

Von von der Osten-… , 24 Januar 2025

Als 1890 gleich fünf Antisemiten in den Reichstag einzogen, wurde aus dem liberalen Bürgertum heraus in Berlin der Verein zur Abwehr des Antisemitismus gegründet. Er konzentrierte sich auf die Aufklärung der Öffentlichkeit mit Flugschriften und Broschüren, vor allem aber mit den regelmäßig erscheinenden Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus, die seit dem 21. Oktober 1891 publiziert wurden.