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Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Die Oberhessische Zeitung berichtet von Hausdurchsuchungen in der Geschäftstelle der KPD am Barfüßer Tor und der SPD in der Biegenstraße. Die Maßnahmen dienen angeblich der "Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit". Die OZ erwähnt in ihrem Artikel auch das Aufstellen einer "Hilfspolizei"; ihr liegt ein Erlass vom 22.Februar von Innenminister Göring zugrunde. Sie soll die Polizeibeamten bei ihrer Arbeit im Vorfeld der Reichtstagswahlen (05. März) unterstützen, um vermeintlliche Umsturzversuche der "Linken" zu verhindern.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Wenige Tage vor der Reichstagswahl finden nun auch erste Verhaftungen von politsch Andersdenkenden statt: Die OZ berichtet von der Festnahme zweier KPD-Mitglieder.

Der Artikel macht die beginnende Willkürherrschaft deutlich, denn Verhaftungen konnten nun ohne konkreten Anlass vorgenommen werden; die  beiden Kommunisten hatten sich lediglich in "verdächtiger Weise" im Schlosspark "herumgetrieben".

Gleichzeitig dokumentiert der Artikel die Bemühungen der Marburger SPD, den von der NS-Regierung vorgenommen Unterstellungen, sie handele "illegal", entgegenzutreten.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025
Auch nach der Reichstagswahl vom 05.März geht der NS-Staat weiter gegen politische Gegner vor: Auf Anordnung des Berliner Innenministeriums vom 28. Februar im Zuge des Reichstagsbrands sollen kommunistische Funktionäre, deren Namen auf Wahllisten verzeichnet sind, verhaftet werden. Für Marburg kommt der Landwirt S. aus Groß-Seelheim in Frage; dieser soll in Haft genommmen und ins Polizeigefängnis nach Kassel gebracht werden.
Von Rosenkötter , 24 Januar 2025
Nur zwei Tage später, nachdem das Regierungspräsidium Kassel anordnete, kommunistische Funktionäre zu verhaften, meldet Marburg am 28. März nach Kassel, dass 32 Personen im Landkreis in "Schutzhaft" genommen wurden.
Von Gast (nicht überprüft) , 24 Januar 2025

Das Hessische Tageblatt berichtet unter der Überschrift "Politische Verhaftungen" über die Festnahme von Kommunisten im Landkreis Marburg. Es verwendet dabei schon den Begriff des Konzentrationslagers: "Die Verhafteten werden voraussichtlich einem Konzentrationslagers zugeführt."

Quelle abedruckt in: Erhart Dettmering: Was alle lesen konnten. Das Jahr 1933 im Spiegel der Marburger Lokalpresse. Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur 72. Marburg 2001. S. 136.

Von Gast (nicht überprüft) , 24 Januar 2025
Die NSDAP-Zelle Dreihausen berichtet nach Marburg, wo sich der aus Dreihausen stammende Steinrichter Heinrich F. wegen politischer Tätigkeit in Schutzhaft befindet, dass sie hinsichtlich seiner Freilassung keine Bedenken habe. Sie weist allerdings darauf hin, dass dem Häftling klar gemacht werden müsse, dass er bei erneuter politischer Tätigkeit gegen den Staat mit seiner Widerverhaftung zu rechnen habe.
Von Gast (nicht überprüft) , 24 Januar 2025
In seinem Schreiben legt der Regierungspräsident Kassel die Ursachen für die erste Verhaftungswelle sowie die Gründe für nun mögliche Entlassungen dar. So erklärt er, dass die Verhaftungen notwendig waren, um die "öffentliche Sicherheit" gewährleisten zu können, denn im Zuge der "nationalen Erhebung" sei zu befürchten gewesen, dass die Kommunisten ihren "Unwillen" gewaltsam zum Ausdruck bringen. Nun aber könnten die vorsorglich Verhafteten wieder auf freien Fuß gesetzt werden, sofern keine weiteren Bedenken gegen sie bestünden.
Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Juden müssen laut der Anordnung ihre Wohnungen mit einem Stern kennzeichen. Damit er an der Haustür auffällt, ist Papier in weißer Farbe zu benutzen. Mit der Einführung des Papiersterns gibt es keinen sicheren Rückzugsort für jüdische Mitbürger mehr.