Legacy ID
1
Von Martin Stoll , 19 Juni 2025

Der hessische Finanzminister spricht sich unter Verweis auf die Inflationsgefahr energisch gegen jegliche unproduktive Geldneuschöpfung aus und er empfiehlt eine das Rechtsgefühl wahrende Währungsbereinigung über eine hohe Vermögensbesteuerung. Dabei macht er deutlich, dass es hierbei um die Frage geht, wer für den Krieg bezahlen soll.

Von Martin Stoll , 14 Juni 2025

Der fehlende direkte Zugang zu den ausländischen Kapitalmärkten nötigte das Deutsche Reich dazu, seinen Kreditbedarf weitgehend im Inland zu decken. Die Werbung wandte sich entsprechend an die eigene Bevölkerung. Zwischen 1914 und 1918 wurden insgesamt neun Kriegsanleihen aufgelegt, die 96,9 Milliarden Mark erbrachten. Die ausufernde Verschuldung bereitete den politisch Verantwortlichen kein Kopfzerbrechen, da man mit einem Sieg und mit der Kostenerstattung durch den Feind rechnete.

Von Martin Stoll , 13 Juni 2025

Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel übersendet Kaiser Joseph II. im Juni 1778 das von seinen Kommissaren entworfene Gläubigerverzeichnis des Fürsten von Solms-Braunfels. Hier zeigt sich, wie lange sich ein Insolvenzverfahren hinziehen konnte:  Seit 1746 hatten sich der Graf von Solms-Rödelheim und der Kurfürst-Erzbischof von Trier im kaiserlichen Auftrag erfolglos um eine Sanierung des braunfelsischen Schuldenwesens bemüht. 1760 war der Konkurs erkannt.

Von Martin Stoll , 13 Juni 2025

Inständig bittet der Gläubiger hier seinen mächtigen Schuldner um die Begleichung der Rückstände, da "ich das gelt die Zeit haben muß und nit lenger entraten kann, mich auch gewizlich daruff gericht und gantz vertruwen gehapt und nach hann. [...] Uwer furstlich gnade wulle bedencken, was mir mercklichs schadens und unglaubens in andern sachen geyn den ich in truwen versprochen han, us solchem verzogk erwachssen wurde." Der Landgraf entgegnet lakonisch: "Ir wullet uch domit umb unser bete willen ein kurtz tzyt liden und swigen thun."

Von Martin Stoll , 13 Juni 2025

Eine überschwängliche Bewertung der kurhessischen Kreditwürdigkeit durch das Bankhaus Rothschild & Söhne. Bis zur Reichsgründung wurden Staatskredite in Deutschland vor allem durch Privatbankiers vermittelt.

Von Martin Stoll , 29 Mai 2025

Im Kaiserreich bewogen die zunehmende Steuerlast und das Fehlen einer professionellen Steuerverwaltung vor allem wohlhabende Bürger dazu, massiv Steuern zu hinterziehen. Angaben über Einkommen aus Handel und Gewerbe, Freien Berufen oder aus Grund- und Kapitalvermögen ließen sich kaum nachprüfen. Hier der Einband der staatsanwaltlichen Ermittlungsakte gegen den Kasseler Baumaterialhändler Heinrich Opel wegen Steuerhinterziehung um die Jahrhundertwende.

Von Martin Stoll , 28 Mai 2025

Die Unzufriedenheit über Veranlagungsbescheide wird im 20. Jahrhundert vor allem in Einsprüchen und Beschwerden zum Ausdruck gebracht. Hilft das nicht, so wird - wie im zweiten Fall - darum gebeten, wenigstens die Ordnungsstrafe zu erlassen.

Von Martin Stoll , 28 Mai 2025

Seit den 1790er Jahren legten Frankfurter Bankiers die Erlöse aus den landgräflichen Soldatenhandel gewinnbringend auf dem Kapitalmarkt an. Zum bevorzugten Geschäftspartner avancierten ab etwa 1800 Meyer Amschel Rothschild und seine Söhne, was im Kopf der Aufstellung auch erkennbar ist. In den ersten 20 Jahren des 19. Jahrhunderts vermehrte sich das fürstliche Kapitalvermögen auf diese Weise jährlich um ca. 520.000 Reichstaler.