Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Nach der Verhaftung der 32 politischen Gegner ist das Gefängnis in der Wilhelmstraße überbelegt. Der Gefängnisvorsteher führt in einem Schreiben an den Landrat Marburg genau auf, welche Häftlinge zur Zeit bei ihm untergebracht sind. Seine Bitte, für zukünftige Häftlinge andere Unterbringungen zu finden, macht deutlich, dass er davon ausgeht, dass es zu weiteren Verhaftungen kommen wird. Insgesamt beherbergt das Gefängnis also 91 Gefangene, von denen mehr als die Hälfte politsche Gefangene sind.

Transkription:

"Wie aus der Anlage ersichtlich ist, hat das hiesiege Gerichtsgefängnis eine Normalbelegung von 73 Köpfen. Die augenblickliche Belegungsziffer beträgt dagegen 91 Köpfe, so daß die Anstalt um 18 überbelegt ist. Ich bitte daher, bei der Verhaftung weiterer Schutzhaftgefangener in Erwägung ziehen zu wollen, ob diese Leute nicht einer anderen Anstalt zugeführt werden könnten. [Unterschrift.]

[Anlage] Belegungsverhältnisse des Gerichtsgefängnisses in Marburg /L.:

Normalbelegung: 65 Männer, 8 Frauen = 73. Es können untergebracht werden: In Zellen für Tag und Nacht 15; In Zellen nur für die Nacht (Schlafzellen) 26; In Gemeinschaftsräumen 32 = 73.

Es sind zur Zeit untergebracht: Unters. Gefangene 10; Strafgefangene 34; Zivilhaftgefangene - , Transporthaftgefangene 1; Schutzhaftgefangene: a) für Pol. Verw. Marburg 14; b) für Landratsamt Marburg/L 32 = 46."


Archiv
Nummer
4832
Band
4832
Seite
11,12
Im Menü
Ja
Bilder und Text jeweils auf eigener Seite
Nein
Kurztitel
Schreiben des Gefängnisvorstehers Marburg betr. Überbelegung im Marburger Gefängnis durch Schutzhäftlinge vom 28. März 1933
Datum bis: Jahr
1933
Legacy-ID
9977
Datum bis: Monat
03
Datum bis: Tag
28
Datum von: Jahr
1933
Datum von: Monat
03
Datum von: Tag
28
Einmaldatum
Ja
Institution-Autor
Gefängnisvorsteher Marburg
Nur Jahresangabe
Nein
Reihenfolge
23
Ungefähres Datum
Nein