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Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Wegen angeblicher „Geisteskrankheit“ wurde Ernst P. Anfang 1943 in die Heilanstalt Warstein (Westfalen) eingewiesen und von dort im selben Jahr nach Weilmünster verbracht. Im September 1943 schildert er in einem Brief an seine Mutter die dortigen Zustände: „Wir wurden nicht wegen der Flieger verlegt, sondern damit man uns in dieser wenig bevölkerten Gegend unauffällig verhungern lassen kann. Von den Warsteinern, die mit mir auf diese Siechenstation kamen, leben nur noch wenige. Die Menschen magern hier zum Skelett ab und sterben wie die Fliegen. Wöchentlich sterben rund 30 Personen.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Im September 1944 wurde Ernst P. erneut verlegt, nun von Weilmünster nach Hadamar. In dem Schreiben bittet seine Mutter um Erteilung einer Besuchserlaubnis: „Für die Mitteilung vom 29.9. bestens dankend, möchte ich Ihnen mitteilen, daß ich seit geraumer Zeit ohne persönliche Nachricht von meinem Sohn bin und daher den dringenden Wunsch habe, ihn mal zu besuchen. Ich bitte Sie daher, mir doch möglichst bald eine entsprechende Erlaubnis zu senden. Heil Hitler.“ Unter dem Brief der Mutter mit Bleistift der Antwortentwurf: „Der Geisteszustand Ihres Sohnes ist unverändert.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Anfang Januar 1945 wurde der Mutter des Ernst P. durch die Heilanstalt Hadamar mitgeteilt, ihr Sohn sei an einer Lungenentzündung erkrankt. Bereits am folgenden Tag ging die Benachrichtigung vom Tod des Sohnes an die Mutter ab. Die Schreiben folgen einem damals gängigen Muster zur Verschleierung der wahren Todesumstände der Ermordeten. Zunächst wurde den Angehörigen eine schwere, lebensbedrohliche Krankheit des Patienten angekündigt. Kurz darauf erhielten sie die Todesnachricht.

Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Dem Schreiber des Briefes war wenig zuvor der Tod seiner Tochter mitgeteilt worden. Fassungslos wandte er sich an die Heilanstalt Hadamar und bat um Erläuterung der Todesursache – angeblich „Darmkatarrh“ –, die ihm nicht nachvollziehbar erschien: „Ich möchte nochmals den Herrn Chefarzt höflich bitten, mir das festzustellen, was mein Kind für eine Krankheit gehabt hat. Das will mir nicht in den Kopf hinein. Sie haben mir in den 12 Tagen mein Kind fortgeschafft. […] Sehr geehrter Herr Chefarzt, ich kann mir so etwas nicht bieten lassen. Ich habe ein kräftiges Kind gehabt.