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Von Rosenkötter , 24 Januar 2025

Das Schreiben der Stadtkasse an den Kreisschulrat schildert in euphemistischen Worten die Vorgänge rund um die Pogromnacht vom 9. November 1938 und die Folgen für die jüdische Schule, die sich in den Räumen der Synagoge befand. Von Brandstiftung ist keine Rede, vielmehr sei die Schule lediglich "abgebrannt". Lehrer Pfifferling sei zu seiner eigenen Sicherheit in Schutzhaft genommen worden. Verschwiegen wird auch, dass mit der sog. "Judenaktion" vom 10. November ca. 30.000 männliche Juden in Konzentrationslager verschleppt wurden, u.a. nach Buchenwald.

Von Siekmann Christian , 24 Januar 2025
Der Marburger Synagogendiener Nikolaus Kleinhenn erstattet Anzeige und berichtet der Marburger Polizeibehörde, dass sich in der Synagoge in der Universitätsstraße ein Brand ereignet hat. Die Feuerwehr habe hauptsächlich bei den Nachbarhäusern gelöscht, da die Synagoge nicht mehr zu retten gewesen sei. Über den Brandstifter sei nichts Näheres bekannt.
Von Gast (nicht überprüft) , 24 Januar 2025
Der Polizeipräsident von Kassel beklagt die sich häufenden Fälle von haltlosen Verleumdungen durch Angehörige der NSDAP, besonders der SA und SS. Von seiner Behörde erwarte man die sofortige Einweisung in das KZ Breitenau, ohne dass den Beklagten ihre angeblich staatsfeindlichen Äußerungen oder Taten bewiesen werden konnten. Pfeffer führt als Ursache dieser Denunziationen persönliche Gründe an und legt deshalb fest, dass die Ankläger weiterer Verleumdungen in Zukunft statt der Angeklagten selbst verhaftet werden könnten.
Von Rosenkötter , 24 Januar 2025
Der Regierungspräsident Kassel gibt u.a. dem Oberbürgermeister Marburgs als Ortspolizeibehörde den Grund und die Durchführungsbestimmungen des Boykottaufrufs der NSDAP bekannt: Aufgrund angeblicher "Greuelpropaganda" im Ausland werden sich am 1. April "Aktionskomitees" bilden, die Kunden am Betreten jüdischer Geschäfte hindern sollen.