Beim Begriff „Uniform“ denken wir sicherlich zuerst an das Militär. Uniformen – also einheitliche – Kleidung existiert jedoch auch in vielen anderen Bereichen. Viele Berufsgruppen hatten oder haben eine einheitliche Kleidung. Diese kann zum Zusammenhalt der Gruppen, aber insbesondere auch der Erkennbarkeit der Gruppenzugehörigkeit dienen. Sanitäter zum Beispiel sind auf diese Weise schnell zu erkennen, oder – negativ konnotiert – Strafgefangene. Lange Zeit war es auch üblich, dass Staatsbeamte grundsätzlich eine Uniform trugen, womit sie ihr Amt visualisierten. Die Person trat damit hinter das Amt zurück, das sie repräsentierte.
Im militärischen Bereich begannen sich Uniformen in unserem Sinne in Europa erst im 17. Jahrhundert herauszubilden, als der kollektive Ankauf der Ausstattung der Söldnerheere auch zu einem einheitlichen Erscheinungsbild führte. Das hatte zusätzlich die positive Folge, dass die Zugehörigkeit zur Truppe und zum Truppenteil schnell erkannt werden konnte. Abzeichen aller Art trugen das Ihrige dazu bei, dies zu erleichtern.
Bald aber führte die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft aber auch dazu, dass Uniformen mehr und mehr das Erscheinungsbild bestimmten. Monarchen traten im 19. und frühen 20. Jahrhundert vornehmlich in Uniform auf. Das Tragen des „Soldatenrocks“ galt als besonders ehrenvoll, so dass dieses Kleidungsstück den öffentlichen Raum bestimmte. Man denke hierbei nur an Zuckmayers „Hauptmann von Köpenick“, worin es heißt: „Na ja, in Uniform, da geht's ja, da macht man Figur, das gibt 'n kolossalen Halt, da is man 'n ganz anderer Kerl. Wissense – in Staatsbürjerkluft – da komm ick mir immer vor wie ne halbe Portion ohne Mostrich.“
Waren Uniformen zunächst noch sehr farbenprächtig, setzte sich erst im frühen 20. Jahrhundert die Tarnfarbe durch. In außereuropäischen Klimazonen waren Soldaten in traditionellen Uniformen oft allzu leicht zum Ziel geworden. 1902 ersetzten Großbritannien und die USA daher die traditionellen Uniformen durch sand- oder khakifarbene. Um 1900 erhielt auch ein ostasiatisches Expeditionsheer der deutschen Armee eine graue Tropenuniform. 1907 war dann das gesamte kaiserliche Herr feldgrau ausgestattet. Im Ersten Weltkrieg trugen fast alle beteiligten Armeen dann diese Tarnfarben.