Von Kutsch Patricia , 24 Januar 2025

Im Münchener Hitler-Prozeß würdigte der zuständige Staatsanwalt Dr. Stengelein den Angeklagten Hitler, 19. Verhandlungstag, 21.3.1924

Hitler ist aus einfachen Verhältnissen hervorgegangen, er hat im großen Krieg als tapferer Soldat seine deutsche Gesinnung bewiesen und nachher aus klein­sten Anfängen heraus, in mühsamer Arbeit eine große Partei, die national­sozialistische deutsche Arbeiterpartei geschaffen, wobei die Bekämpfung des internationalen Marxismus und Judentums, die Abrechnung mit den Novum berverbrechern und die Ausbreitung des nationalen Gedankens in allen Volkskreisen, besonders auch in der Arbeiterschaft, die wesentlichen Programm­punkte waren. Über seine Parteipolitik habe ich kein Urteil zu fällen, sein ehrliches Streben aber, in einem unterdrückten und entwaffneten Volke den Glauben an die deutsche Sache wieder zu erwecken, bleibt unter allen Umstän den ein Verdienst. Er hat hier, unterstützt durch seine einzigartige Rednergabe, Bedeutendes geleistet. Wurde er auch durch die Kampfstimmung in den Rei­hen seiner Anhänger zu einer einseitigen Einstellung geführt, so wäre es doch ungerecht, ihn als Demagogen zu bezeichnen; vor diesem Vorwurf schützt ihn die Echtheit seiner Überzeugung und die uneigennützige Hingabe an die von ihm selbst gewählte Lebensaufgabe...
Auch bei der Tat, die jetzt abzuurteilen ist, war nicht so sehr persönlicher Ehr­geiz, wenn er auch zweifellos eine Rolle mitspielte, als höchste Begeisterung für die deutsche Sache als Beweggrund ausschlaggebend. Als Mensch können
wir Hitler unsere Achtung nicht versagen, so schwer auch sein Verbrechen, so groß auch sein Verschulden ist.

Der Hitler-Prozeß vor dem Volksgericht in München. 2. Teil, München 1924, S.8

Hitler wird zur Mindeststrafe von 5 Jahren Festungshaft verurteilt, aber schon im Dezember 1924 auf Bewährung entlassen. In der Haft in Landsberg am Lech schreibt Hitler "Mein Kampf".

Bestand/Signatur
Der Hitler-Prozeß vor dem Volksgericht in München. 2. Teil, München 1924, S.8
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Kurztitel
Im Münchener Hitler-Prozeß würdigte der zuständige Staatsanwalt Dr. Stengelein die "deutsche Gesinnung" des Angeklagten Hitler, 19. Verhandlungstag, 21.3.1924
Datum bis: Jahr
1924
Legacy-ID
3456
Datum bis: Monat
03
Datum bis: Tag
21
Datum von: Jahr
1924
Datum von: Monat
03
Datum von: Tag
21
Institution-Autor
Staatsanwalt Dr. Stengelein
Nur Jahresangabe
Nein
Reihenfolge
26
Ungefähres Datum
Nein