Von Siekmann Christian , 24 Januar 2025

Der Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Spangenbergs in Personalunion Fenner berichtet über die Ausschreitungen gegen jüdische Einwohner in Spangenberg in der Nacht vom 15. zum 16. September 1935 im Rahmen eines Fackelzuges und einer Kundgebung zu dem Reichsparteitag in Nürnberg, sowie den dort erlassenen "Rassegesetzen".
Er habe den Fackelzug und die Kundgebung, sowie die Unterrichtung der Dienstmädchen veranlasst, da er von den neuen Gesetzen so begeistert gewesen sei. Dabei habe er aber nicht mit gewaltsamen Übergriffen gerechnet und solche auch nicht angeordnet. Es sei aber geplant gewesen, die zum Teil nicht antisemitische Bevölkerung "aufzurütteln".

Um bei jüdischen Familien angestellte christliche Dienstmädchen über die neuen Gesetze zu unterrichten, verschafften sich einige Angehörige nationalsozialistischer Organisationen gewaltsam Zutritt zu einzelnen Häusern der jüdischen Einwohner. Hierbei kam es in mehreren Fällen zu Sachbeschädigungen, die Fenner aber zu erklären versucht, in dem er die Schuld hier bei den jüdischen Anwohnern sieht.

Weiterhin wurde ein jüdischer Angestellter leicht misshandelt und musste für kurze Zeit in Schutzhaft genommen werden.

Seite
2
Bestand/Signatur
HStAM 165, Nr. 3982, Bd. 15, Bl. 326 und 327
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Kurztitel
Bericht des Ortsgruppenleiters und Bürgermeisters Fenner über die Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger in Spangenberg vom 15. / 16. September 1935, im Schreiben des Landrates Melsungen an den Regierungspräsidenten in Kassel, 18. September 1935
Datum bis: Jahr
1935
Legacy-ID
7734
Datum bis: Monat
09
Datum bis: Tag
18
Datum von: Jahr
1935
Datum von: Monat
09
Datum von: Tag
18
Institution-Autor
Landrat Melsungen, anbei die Aussage des Ortsgruppenleiters / Bürgermeisters von Spangenberg Fenner
Nur Jahresangabe
Nein
Reihenfolge
3
Ungefähres Datum
Nein