Von Siekmann Christian , 24 Januar 2025

Der Gendarmerie Polizeihauptwachtmeister Schade berichtet über die Ausschreitungen gegen jüdische Einwohner in Spangenberg in der Nacht vom 15. zum 16. September 1935 im Rahmen eines Fackelzuges und einer Kundgebung zu dem Reichsparteitag in Nürnberg, sowie den dort erlassenen "Rassegesetzen". Angeführt wurde dieser von Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Fenner.

Um bei jüdischen Familien angestellte christliche Dienstmädchen über die neuen Gesetze zu unterrichten und deren Entlassung zu fordern, verschafften sich einige Angehörige nationalsozialistischer Organisationen gewaltsam Zutritt zu einzelnen Häusern der jüdischen Einwohner. Hierbei kam es in mehreren Fällen zu Sachbeschädigungen. Geschädigte waren u.a.: die Kaufleute Theodor Blumenkrohn, Moses Neuhaus, Meier Müller bzw. Löwenstein,der Fabrikant Ruben Spangenthal, die Gebrüder Max und Simon Levisohn und der Uhrmacher Phillipp Friedmann.

Am nachfolgenden Tag verließen zahlreiche Dienstmädchen die jüdischen Familien. 

Weiterhin wurde ein jüdischer Angestellter leicht misshandelt und musste für kurze Zeit in Schutzhaft genommen werden.

Seite
2
Bestand/Signatur
HStAM 165, Nr. 3982, Bd. 15, Bl. 330 und 330v
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Bilder und Text jeweils auf eigener Seite
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Kurztitel
Bericht des Gendarmerie Polizeihauptwachtmeisters Schade über die Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger in Spangenberg in der Nacht vom 15. auf den 16. September 1935, Spangenberg, 17. September 1935
Datum bis: Jahr
1935
Legacy-ID
7863
Datum bis: Monat
09
Datum bis: Tag
17
Datum von: Jahr
1935
Datum von: Monat
09
Datum von: Tag
17
Institution-Autor
Landrat Melsungen, anbei Abschrift der Aussage des Gendarmerie Polizeihauptwachtmeisters Schade
Nur Jahresangabe
Nein
Reihenfolge
3
Ungefähres Datum
Nein