Von Siekmann Christian , 24 Januar 2025

Heinrich Völker gibt zu Protokoll, dass Hans Steih direkt an der Planung und Durchführung der Inbrandsetzung beteiligt gewesen wäre. Steih wäre nicht angetrunken gewesen und hätte Brennmaterial (Fußbodenöl) organisiert, welches in die Synagoge gekippt worden wäre. Steih habe die ganze Angelegenheit geleitet und wäre damit beauftragt gewesen. Die direkte Beteiligung Steihs macht Völker dadurch deutlich, dass dieser darauf aus gewesen wäre, die Lorbeeren für sich zu ernten und mit der Tat prahlen würde. Völker gibt an, dass sich zahlreiche SA-Leute am Tatort eingefunden hätten.

Schriftstück 71 dokumentiert eine Gegenüberstellung Steihs mit Völker. Steih leugnet die Tat, während Völker auf seinen Angaben insistiert. Es ergeht kein Haftbefehl gegen Völker.

Im weiteren Verlauf des Prozesses werden die Aussagen Völkers als sehr glaubwürdig eingestuft und belasten Steih damit auf das Schärfste (wie dem Urteil zu entnehmen ist).

Seite
6
Bestand/Signatur
HStAM 274 Marburg, Nr. 125, Bd. 1, Bl. 69 bis 71 v
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Bilder und Text jeweils auf eigener Seite
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Kurztitel
Amtsgericht Marburg, Abteilung IV in der Ermittlungssache gegen Hans Steih u. a. wegen Brandstiftung an der Marburger Synagoge im Zuge der Reichspogromnacht 1938. Aussage des Mitbeschuldigten Heinrich Völker. Marburg, 25. April 1947
Datum bis: Jahr
1947
Legacy-ID
8160
Datum bis: Monat
04
Datum bis: Tag
25
Datum von: Jahr
1947
Datum von: Monat
04
Datum von: Tag
25
Institution-Autor
Amtsgericht Marburg, Abt. IV
Nur Jahresangabe
Nein
Reihenfolge
13
Ungefähres Datum
Nein