Am 10. Januar erschien im Reichsherold ein kleiner Artikel über die Verkaufspraxis des jüdischen Kaufhauses Erlanger in Marburg. Die darin genannten Juden Gottschalk und Erlanger verklagten einige Wochen später Otto Böckel, den Herausgeber des Reichsherolds, wegen Darstellung falscher Tatsachen auf Beleidigung. Siehe dazu die Privatklage Gottschalks und Erlangers, die Anklageschrift sowie das Urteil des Amtsgerichts Marburg.
Arbeitsaufträge:
- Vergegenwärtigen Sie sich genau die Vorgänge, die in diesem Artikel geschildert werden. Achten Sie dabei vor allem auf die zeitliche Reihenfolge der dargestellten Handlungen.
- Welcher Eindruck muss auf diese Weise von dem jüdischen Kaufmann Gottschalk entstehen?
- Warum interessiert sich der antisemitische Reichsherold für einen solchen, auf den ersten Blick nebensächlichen Verkaufsvorgang? Was will der Reichsherold mit der vermeintlich objektiven Darstellung der Verkaufspraktiken jüdischer Kaufleute erreichen?
Sebastian Haus