Von Neebe Dr. Reinhard , 24 Januar 2025

Landgraf Philipp von Hessen an Melanchthon,
1556 Oktober 29

 

Philips von gots gnaden landgrave zu Hessen grave zu Catzenelnbogen

 

Unsern gnedigen grus zuvor, wirdiger und hochgelarter lieber besonder. Es ist der auch wirdig und hoch­gelarte Joannes a Lasco alhie bey uns ankommen und uns undertheniglichen berichtet und zu erkennen gegeben,. das er von etzlichen tapfern und trefflichen polonischen hern sich in Polen, welchs sein vaterland ist, zu begeben und daselbst unsere ware christliche religion anzustiften. erfordert worden sey, wie ihr von ime nach der lenge weiter vornehmen werdet. Nachdem wir nun solliche er­forderung von gemelten polonischen hern aus christlichem gutten eifer bescheen sey und dann dissen Joannem a Lasco vor einen gelerten vortrefflichen man und einen reinen bestendigen lehrer des gotlichen worts achten, er uns auch undertheniglichen gebetten, das wir inen an euch verschreiben wolten, das ime zu fortreibung sollichs christlichen werks durch euch gutte befurderung erzeigt werden muge, und wir dann wissen, das ihr an euch die ware christliche religion erbreitern zu helfen keinen moglichen menschlichen vleis erwinden zu lassen geneigt seiet, so solt unsers erachtens nutz und gut sein, wie wir dann auch hiemit an euch gnediglichen begeren wollen, das irr uch notturftiglich mit im underredet und dissem gutten herren ratet wie die forderung der ewangelischen lere in Pollen am besten wird getriben werden, und darnach mit itztgerurtem Joanne a Lasco zu dem hochgebornen fursten un­serm freuntlichen lieben vettern, schwager und brudern, herzog Augusto zu Sachsen churfursten geritten hettet und bey s. 1. neben ime mit vleys bearbeytetet, das s. 1. zu pflanzung und aufkomung berurter unser christlichen waren religion in Pollen alle christliche und mugliche be­furderung thun helfen wolten, wie wir s. 1. d a r z u das zu erweiterung der augsburgischen confession dienet, geneigt wissen, wir auch deshalben s. 1. bey vielgedachtem Joanne a Lasco insonderheit geschrieben und gebeten haben. Darzu woll Gott der here sein gnade geben. Das haben wir euch christlicher gut-herziger meinung unangezeigt nit lassen wollen. Zweifeln nit irr euern von got begabten verstand dem besser dan wir schreiben nachdenken und ins werk bringen werdet. Euch und den euern zu gnaden seind wir geneigt.

Dat. Spangenbergk am 29. Octobris anno 56.

An Melanthonem.

 

[Melanchthons Antwort hierauf steht im Corpus Reformatorum VIII 911]

 

Franz Gundlach, Nachträge zum Briefwechsel des Landgrafen Philipp mit Luther und Melanchton, in: 1504-1904. Festschrift zum Gedächtnis Philipps des Grossmütigen, Kassel 1904, Dok. 18, S. 84-85

Bestand/Signatur
Franz Gundlach, Nachträge zum Briefwechsel des Landgrafen Philipp mit Luther und Melanchton, in: 1504-1904. Festschrift zum Gedächtnis Philipps des Grossmütigen, Kassel 1904, Dok. 18, S. 84-85
Im Menü
Ja
Bilder und Text jeweils auf eigener Seite
Nein
Kurztitel
Landgraf Philipp von Hessen an Melanchthon, mit der Bitte um Unterstützung von Johannes Lasco bei der Verbreitung der evangelischen Lehre in Polen, 1556 Oktober 29
Datum bis: Jahr
1556
Legacy-ID
10505
Datum bis: Monat
10
Datum bis: Tag
29
Datum von: Jahr
1556
Datum von: Monat
10
Datum von: Tag
29
Einmaldatum
Ja
Institution-Autor
Landgraf Philipp von Hessen
Nur Jahresangabe
Nein
Reihenfolge
2
Ungefähres Datum
Nein