Die Große Landgräfin, Karoline von Hessen-Darmstadt, lebte von 1721 bis 1774. Von vielen Zeitgenossen, darunter Voltaire, Friedrich II. von Preußen, Goethe und Wieland, wurde sie als herausragende Persönlichkeit des 18. Jahrhunderts gewürdigt. Ihr Grabmal befindet sich noch heute im Darmstädter Herrngarten. Ein Platz inmitten der Darmstädter Innenstadt ist nach ihr benannt und zahlreiche Landeshistoriker haben sich ihr gewidmet.
Die Vorstellung eines Darmstädter Musenhofes der Empfindsamen mit ihr als Mittelpunkt wurde mittlerweile in der Forschung relativiert. Umfangreiche Korrespondenzen mit Künstlern und Literaten existieren nicht. Darmstadt im 18. Jahrhundert war eben kein Vorläufer Weimars.
Karolines Wissbegierde in allen Bereichen und ihre unkonventionelle Herangehensweise machen sie aber nach wie vor zu einer faszinierenden Persönlichkeit des aufgeklärten Zeitalters. Philosophisches Interesse sowie die Offenheit gegenüber Neuem zeichneten sie in besonderem Maße aus. Das machte sich insbesondere im Bereich der Naturwissenschaften und auf dem Feld des Naturverständnisses bemerkbar. Hier begleitete die Landgräfin den Aufbruch einer Epoche. Es liegt daher auf der Hand, in einer Zeit des Neu-Überdenkens der Rolle von Naturwissenschaft und der Bedeutung natürlicher Ressourcen den Blick auf diesen Aspekt in der Biographie der Großen Landgräfin zu richten.